Schwestern der Angst
Eine Verhängnisvolle Schwesterbeziehung

09 Mai 2011

Geschichte

Renate, um sie geht es, sie erzählt ihre Geschichte. Eine die verwirrender, trauriger, verängstigter nicht sein könnte. Geboren im Ostblock, von Vater und Mutter verlassen, wächst sie bei ihren Grosseltern auf. Sie mag ihre Grossmutter, aber den Grossvater, nein den mag sie nicht, nicht nur weil er ihre Oma schlägt sondern auch weil er sich an ihr vergreift. Als die Mutter wieder auftaucht um sie nach Österreich mit zu nehmen da sie einen Mann gefunden hat, hofft sie das ihr Leben endlich gut wird, doch ein klein bisschen Glück erfährt sie erst als die Mutter schwanger mit ihrer Halbschwester wird. Die ganzen Liebe die sie hat wendet sie auf, um ihre kleine Schwester glücklich zu machen. So lieben, wie sie, tut sie keinen Menschen und wird es auch nie wieder tun, aber alles nimmt eine unglückliche Wendung als die kleine Schwester sich beginnt gegen sie zu stellen...

Renate überschreitet eine Schwelle die keinem mehr, ihr genau so wenig, gut tut. Krankhafte Liebe, Besitzanspruch, Eifersucht, Hass und Paranoia ziehen sie weiter und weiter hinab in die tiefen einer kranken Seele.

Erster Satz: 

Die Firma, bei der ich arbeitete, produziert Trickfilme für einen Konzern. 



Meine Meinung

Schwestern der Angst ist ein Titel der sicher passt. Das Cover passt auch, es wirkt auf mich beklemmend, vielleicht nicht grade mein Malstil aber doch, es passt.

Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Einige finden ihn zu schwierig, doch wenn man drin ist, ist es einfach nur noch schön die Worte zu lesen. Es ist schon fast eine Kunst für sich, sie schreibt ohne umschweife, sie schreibt ungeschönt und doch spielt sie mit den Worten und Assoziationen. Es ist einfach schön das Buch zu lesen, auch wenn das Thema nicht grade ein leichtes ist. In der Ich-Form bekommt das Buch noch mal einen anderen Tiefgang.

Die Gesichte ist eine traumatische. Das Thema Missbrauch / Inzest wird zwar nur leicht angeschlagen aber man weiss genau worum es geht. Lydia Mischkulnig schreibt über die Auswirkungen, über eine der Auswirkungen, denn jeder verarbeitet dieses Trauma anders, auf seine Weise, doch Renate "wählt" eine verhängnisvolle Art dies zu tun. So grausam wie sie sein kann, so verständlich sind Teile ihrer Handlungen, ihre Ansichten, ihre Gedanken. Nicht alle kann und will man entschuldigen, aber man weiss das es eben einen Grund dafür gibt. Man hat trotz allem Mitleid mit Renate, aber eben auch mit ihrer Schwester Marie. Die ganze Schwesterngeschichte ist so was von verzwickt, hätte jemand genug früh erkannt was da passiert, hätte man beiden helfen können doch so? Bis zum Schluss bin ich mir nicht sicher ob Renate wirklich begreift was falsch läuft. Aber man wünscht ihr einfach das sie aus der ganzen Dramatik raus kommt und ein "normales" Leben leben kann...

Renate, das geschändete Mädchen, das ihr Trauma leider nie wirklich verarbeiten konnte. Sie ist eine Person die so grausam sein kann, die aber dann genao so sehr liebt. Sie zeigt uns wie nah doch Liebe und Hass, Trauer und Wut beieinander liegen. Sie, die nicht merkt das krankhafte Liebe und Verlustängste nicht nur sie zerstört, denn das wonach sie sich so sehr sehnt, das zerstört sie mit aller Macht mit ihrem Verhalten.

Da ist noch Marie, die kleine Halbschwester, die Renate erst genau so abgöttisch liebt, doch mit den Jahren ihre Eigenständigkeit einfordert. Sie weiss nicht was mit Renate damals passiert ist und handelt dementsprechend Kopflos und gemein und ahnt nicht was sie damit bei ihrer grossen Schwester auslöst...

Da gibt es noch den Stiefvater, Paul und Robert, 3 Männer die das Leben von Renate jeder für sich beeinflusst.



Fazit

Ein Psychodrama, ungeschönt und beunruhigend aber mit psychologischem Tiefgang.


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